Kurven und Kanten.

Die Mädels von The Curves machen, was sie wollen.

Adrenalinjunkies mit knallroten Lippen: Die Berliner Designerinnen Cäthe Pfläging und Irene Kotnik haben mit The Curves einen Girls-only-Motorradclub geschaffen, der den unangepassten und nonchalanten Lifestyle der modernen Bikerfrau feiert.

Ein bisschen Punk, ein bisschen Adrenalinjunkie, ein bisschen wild – das ist die Motorradfrau von heute.

Irene Kotnik


Sie möchten inspirieren. Aber sie möchten auch anecken und auffallen. Zeigen, dass sie ihr eigenes Ding anfangen und vor allem durchziehen. Was machen sie anders als andere? „Na, alles!“, sagt Cäthe Pfläging. „I did it my way, hallo? Wir wollen schrauben, fahren, reisen, Abenteuer erleben und gemeinsam abfeiern. Aber eben auf unsere Weise.“ Sie wirft einen Blick in den Rückspiegel ihres Motorrads, schüttelt ihre wilden Locken aus dem Gesicht und zieht den roten Lippenstift nach. Der darf nicht fehlen, er ist eines der Markenzeichen von The Curves.

+ Weiterlesen

Smile.

Ihre „Renn-Azumi“ hat Irene extra für die Achtelmeile umgebaut.

Smile.

Cäthe wirkt mit ihrer nüchternen Gelassenheit wie ein Ruhepol, während Irene aufgeregt von Motorradabenteuern und Sprintrennen schwärmt. Glemseck 101 oder Wheels and Waves – wenn irgendwo die Achtelmeile ausgefahren wird, sind die Frontfrauen der Curves mit von der Partie. Ihr Siebzigerjahre-Bike namens Azumi hat Irene extra für die Sprints umgebaut. Auffällig ist vor allem die farbliche Konstellation: quietschbunte Halbschale, die Front ziert ein neongelber Smiley. Dazu abgestimmt Irenes Helm, der in sämtlichen Farben leuchtet, die das Neonsortiment hergibt. Cäthes Naked-Bike Batman ist ganz in Schwarz gehalten, anarchische Gaffer-Tape-Streifen in Pink und Grün zieren seine Brust.

+ Weiterlesen

Rodeo auf der PonyWrench.

Bei den Mechanical Workshops auf der „PonyWrench“ gibt’s Technikwissen en masse.

Rodeo auf der PonyWrench.

Ihre Bikes für die Sprintrennen richten Irene und Cäthe selbst her. Mitten in Berlin haben die Curves eine Garage angemietet. Dort treffen sich die Clubmitglieder regelmäßig zu Schrauber-Workshops. PonyWrench nennen sie das. Dort wird sich intensiv mit der Mechanik befasst, Bikes auseinander- und wieder zusammengebaut. Es gibt Tipps zum richtigen Werkzeug – und für den korrekten Augenaufschlag im Falle einer Polizeikontrolle. „Das ist für mich der perfekte Ausgleich zum Job. Ich habe total Bock aufs Schrauben und Hände schmutzig machen – aber nicht unbedingt so, wie die Jungs das für richtig halten“, sagt Irene. Cäthe nickt zustimmend. „Wir sind nicht diejenigen, die den ganzen Tag in der Werkstatt irgendwas zusammenhämmern. Es geht darum, sich mit dem eigenen Bike auszukennen und die Dinge selbst auf die Reihe zu bekommen.“

+ Weiterlesen
Die Curves sind wie eine Rockband: große Energie, großer Spaß und ein Haufen Kreativität.

Cäthe Pfläging

Vrooom.

Bei den Curves geht es um die Community – aber eben auch um die Individualität jedes Einzelnen.

Vrooom.

Stolz betrachtet Irene ihre Rennmaschine, ihr Bastelobjekt. „Es ist natürlich mein Traum-Motorrad geworden. So wie die Karre aussieht, so ticke ich übrigens. Ein bisschen verrückt und exotisch. Aber hey, dafür sind wir alle Individualisten. Jeder macht sein Ding und das soll auch respektiert werden.“ Bei allem Individualismus haben die Curves aber doch so einiges mit dem standesgemäßen Biker gemein. „Wir sind Adrenalinjunkies. Wir stehen auf röhrende Motoren, quietschende Reifen, Gestank und Qualm. Alles geil“, sagt Irene. Die beiden stehen stellvertretend für viele Frauen, die der Beweis dafür sind, wie sehr sich die Motorradkultur verändert hat. Hier ist kein Platz für Stereotypen und Geschlechterrollen, für feste Regeln und Machosprüche.

+ Weiterlesen

Es riecht nach Aufbruch.

Inspiriert vom kalifornischen Babes Ride Out Event, haben die Curves das Petrolettes Festival ins Leben gerufen.

Es riecht nach Aufbruch.

Zur reinen Frauensache wird Motorradfahren beim Petrolettes Festival, das die Curves unterstützen und organisieren. Mit dem Event hat Europa eine Art Babes Ride Out bekommen – jener lockt in den USA jährlich um die 2.000 Bikes und Babes in die Wüste. Zum Petrolettes kamen bei der Premiere im vergangenen Jahr auf Anhieb 250 Motorradfahrerinnen aus 15 Ländern in Berlin zusammen. Drei Generationen, unter ihnen Rechtsanwältinnen, Ärztinnen, Journalistinnen, oder Designerinnen wie Cäthe und Irene selbst. „Wir haben beim Petrolettes tolle Frauen kennengelernt, echte Charaktere mit tollen Motorrädern“, sagt Cäthe. Jetzt folgt die Fortsetzung des Festivals. Der Club und seine Fans feiern und campen am historischen Flughafen Neuhardenberg, 55 Kilometer östlich von Berlin. Gemeinsam sprinten sie über den Taxi Driveway und fahren ins Berliner Umland. Herdentiere sind sie deshalb noch lange nicht. Es riecht nach Aufbruch in der Motorradszene. Das muss nicht jedem gefallen. Sondern nur denen, die dabei sind.

+ Weiterlesen

R nineT

Unverfälscht. Ursprünglich. Luftgekühlt.

Mehr erfahren
Weitere Storys, die Dich interessieren könnten.